11.02.11: Tag der Kinderhospizarbeit 2011: Situation für Betroffene bleibt unbefriedigend

Bundesverband Kinderhospiz e.V.Der bundesweite „Tag der Kinderhospizarbeit“ macht seit mittlerweile fünf Jahren jeweils am 10. Februar auf die Situation lebensverkürzend erkrankter Kinder und deren Familien aufmerksam. Obwohl die Politik neue Rahmenverträge für Kinderhospize geschaffen hat, ist die Situation der betroffenen Familien nach wie vor unbefriedigend. Hierauf hat der Bundesverband Kinderhospiz in einer Presseaussendung aufmerksam gemacht.

„In den Bundesländern gibt es auch mit der neuen Gesetzeslage keine einheitliche Kostenerstattung: Je nach Land und Krankenkasse werden viele Aufenthalte nicht als Hospizaufenthalte bewilligt. Weiterhin sind Hospize somit auf Spenden angewiesen, was den Einrichtungen und der gesamten Bewegung auf Dauer schaden wird“, so der Verband.

Kinderhospize begleiten Kinder mit unheilbaren Erkrankungen gemeinsam mit ihren Familien bis zum Tod des erkrankten Kindes und in der Trauerzeit. Sie sorgen für Unterstützung und Entlastung auf diesem schweren Weg. „Das Leben der betroffenen Familien ändert sich mit der Diagnose radikal. Sie stehen plötzlich vor der kaum lösbaren Aufgabe, das Unbegreifliche zu begreifen und dabei gleichzeitig den Alltag organisieren und eine neue Lebensperspektive entwickeln zu müssen. Zudem wachsen Geschwisterkinder angesichts dieser Situation in einem Spannungsfeld zwischen Behütetsein und Auf-sich-selbst-gestellt-sein auf“, erklärte der Bundesverband Kinderhospiz. Allein sei niemand einer solchen Belastung gewachsen.

Ein Ziel: Betroffenen wenigstens die finanzielle Bewältigung ihrer Situation abnehmen

Der „Tag der Kinderhospizarbeit“ ist daher ein Tag, um an all die Kinder und ihre Helfer zu denken und ihnen Kraft zu wünschen – und Mahnung zugleich, die so wichtigen Rahmenbedingungen der Kinderhospizarbeit auf bundesweit einheitliche Bedingungen zu konzentrieren. „Das wichtige Ziel, den Betroffenen wenigstens die finanzielle Bewältigung ihrer Situation abzunehmen ist längst noch nicht erreicht“, mahnte der Verband.

Der Bundesverband Kinderhospiz e.V. ist der Dachverband der Kinderhospizorganisationen in Deutschland, in dessen Mittelpunkt die Würde lebensverkürzt erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Angehörige stehen. Er wurde 2002 gegründet und versteht sich als Motor für eine gemeinsame und starke Kinderhospizarbeit in Deutschland.

Nach Angaben des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) hat die Kinderhospizarbeit seit rund 20 Jahren eine beachtliche Aufbauarbeit geleistet. Es gibt in Deutschland heute neun stationäre Kinderhospize, 85 ambulante Kinderhospizdienste und eine große Zahl Ehrenamtlicher, die sich hier engagieren.

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